Kurz beantwortet
Woher kommt der Schmerz?
Meist von Überlastung. Die Sehne bekommt mehr ab, als sie im Moment verkraftet, oft nach mehr Training, neuen Schuhen oder einem Wechsel des Untergrunds.
AusführlichWas hilft?
Die Belastung so weit senken, dass es nicht schlimmer wird, und die Wade Schritt für Schritt kräftigen. Völlige Schonung macht die Sehne auf Dauer schwächer.
AusführlichWelche Übungen?
Vor allem Übungen für die Wadenmuskulatur, etwa langsames Fersenheben und Absenken an einer Treppenstufe. Sie sollen nicht wehtun.
AusführlichWann zum Arzt?
Sofort, wenn es beim Sport knallt, wenn Sie nicht mehr auf die Zehenspitzen kommen oder wenn die Stelle rot, heiß und dick wird.
Ausführlich
Woher kommen Schmerzen an der Achillessehne?
Meist von Überlastung. Die Sehne bekommt über Wochen mehr ab, als sie im Moment verkraftet. Häufige Auslöser sind mehr Kilometer beim Laufen, neue Schuhe, ein harter Untergrund oder viele Sprünge. Auch wer nach einer längeren Pause wieder mit vollem Pensum einsteigt, merkt es oft zuerst an der Achillessehne.
Fachleute sprechen von einer Achillodynie oder Achillessehnen-Tendinopathie. Gemeint ist eine Sehne, deren Gewebe sich unter der Last verändert hat. Mit einer Entzündung im klassischen Sinn hat das meist wenig zu tun, deshalb helfen Entzündungshemmer allein oft nicht lange.
Es gibt zwei typische Stellen. Bei den meisten tut es in der Mitte der Sehne weh, etwa zwei bis sechs Zentimeter über der Ferse. Seltener sitzt der Schmerz direkt am Ansatz am Fersenbein. Diese Unterscheidung ist für die Übungen wichtig.
Woran erkennen Sie eine gereizte Achillessehne?
Typisch ist der Anlaufschmerz. Die ersten Schritte am Morgen oder nach längerem Sitzen sind steif und tun weh, nach ein paar Minuten wird es besser. Beim Sport ist es oft ähnlich. Am Anfang zieht es, dann läuft es sich ein, und am Abend oder am nächsten Morgen kommt die Quittung.
Die Sehne kann an der schmerzenden Stelle verdickt sein und auf Druck wehtun. Manche spüren beim Bewegen des Fußes ein leichtes Reiben.
Was hilft bei Schmerzen an der Achillessehne?
Die Belastung dosieren und die Wade kräftigen. Eine gereizte Sehne braucht weniger Last, aber sie braucht weiter Last. Wer sie wochenlang komplett schont, hat danach eine schwächere Sehne, die beim nächsten Versuch wieder überlastet.
Als Faustregel gilt, dass ein Schmerz während der Belastung leicht sein darf und am nächsten Morgen nicht stärker sein sollte als vorher. Ist er schlimmer, war es zu viel. Dann reduzieren Sie Umfang oder Tempo, lassen Sprünge und Bergläufe vorerst weg und steigern später langsam wieder.
Kühlen kann nach der Belastung angenehm sein. An der Ursache ändert es wenig. Wichtiger ist, dass die Wadenmuskulatur wieder so kräftig wird, dass sie die Sehne entlastet. Das dauert, bei vielen eher Monate als Wochen.
Welche Übungen helfen bei Schmerzen an der Achillessehne?
Die folgenden vier Übungen sind ein üblicher Einstieg. Sie sollen nicht wehtun. Ein leichtes Ziehen in der Wade ist in Ordnung. Sticht es an der Sehne, hören Sie auf. Sind die Beschwerden neu, sprechen Sie die Übungen bitte vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Therapeuten ab.
1. Fersenheben halten. Stellen Sie sich hüftbreit hin und halten Sie sich an einer Wand fest. Drücken Sie sich auf beiden Füßen auf die Zehenspitzen, bis auf halbe Höhe, und halten Sie die Position 30 bis 45 Sekunden. Fünfmal, mit einer Minute Pause dazwischen. Diese Übung eignet sich auch an Tagen, an denen die Sehne gereizt ist.
2. Langsam absenken an der Stufe. Stellen Sie sich mit dem Vorfuß auf eine Treppenstufe, die Fersen ragen über die Kante. Mit beiden Füßen auf die Zehenspitzen hoch, dann das Gewicht auf das betroffene Bein verlagern und die Ferse in drei bis vier Sekunden langsam absenken. Mit beiden Beinen wieder hoch. Anfangs drei Durchgänge mit je zehn Wiederholungen, später mit 15. Sitzt der Schmerz direkt am Fersenbein, senken Sie nur bis auf Stufenhöhe ab und nicht tiefer.
3. Fersenheben einbeinig. Wenn Übung 2 gut geht, stellen Sie sich auf das betroffene Bein und halten sich mit einer Hand fest. Langsam auf die Zehenspitzen und langsam wieder ab, drei Durchgänge mit je zehn bis 15 Wiederholungen. Mit gebeugtem Knie trainieren Sie zusätzlich den tieferen Wadenmuskel.
4. Wade dehnen. Stellen Sie sich in Schrittstellung vor eine Wand, das betroffene Bein hinten. Die Ferse bleibt am Boden, das hintere Knie ist gestreckt. Schieben Sie die Hüfte nach vorn, bis Sie in der Wade ein Ziehen spüren, und halten Sie es 30 Sekunden. Dreimal je Seite. Die Dehnung kommt zur Kräftigung dazu.
Am meisten bringen die Übungen, wenn Sie sie über mehrere Wochen regelmäßig machen. Wie Sie steigern, besprechen Sie am besten mit Ihrer Therapeutin.
Wann Sie zuerst zum Arzt gehen sollten
Gehen Sie sofort zum Arzt, wenn Sie beim Sport einen Knall hören oder das Gefühl haben, jemand habe Sie von hinten getreten. Dasselbe gilt, wenn Sie danach nicht mehr auf die Zehenspitzen kommen oder eine Delle in der Sehne tasten. Dann kann die Sehne gerissen sein.
Ärztlich abklären lassen sollten Sie auch
- eine Sehne, die plötzlich rot, heiß und stark geschwollen ist, vor allem mit Fieber
- Schmerzen an beiden Achillessehnen ohne erkennbare Überlastung
- Beschwerden, die kurz nach der Einnahme eines Antibiotikums aus der Gruppe der Fluorchinolone begonnen haben
- eine geschwollene, schmerzende Wade, bei der auch an eine Thrombose zu denken ist
- Schmerzen, die nach einigen Wochen mit angepasster Belastung nicht besser werden
So behandeln wir Achillessehnenschmerzen in Euskirchen
Beim ersten Termin untersuchen wir, wo genau der Schmerz sitzt und welche Belastung ihn auslöst. Danach richtet sich die Behandlung. Ein Termin dauert 30 Minuten, und in der Regel behandelt Sie dieselbe Therapeutin vom ersten bis zum letzten Termin auf dem Rezept.
Mit einer ärztlichen Verordnung bauen wir die Belastbarkeit mit Krankengymnastik und KG am Gerät auf. Die Kraft messen wir mit VALD DynaMo und ForceDecks, das ist Messtechnik aus dem Leistungssport. So sehen wir, wie groß der Unterschied zwischen links und rechts noch ist, und können den Verlauf über die ganze Serie vergleichen.
Hält der Schmerz seit Wochen an, kommt die Stoßwellentherapie infrage. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen sie in der Physiotherapiepraxis nicht, Sie zahlen sie selbst, und den Preis nennen wir Ihnen vor der ersten Anwendung. Dafür brauchen Sie ein Privatrezept Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes. Die Übungen für zu Hause gehören auch dann dazu, weil die Stoßwelle nur einen Reiz setzt und die Sehne danach wieder belastet werden muss.
Einen Termin bekommen Sie unter 02251 777944 oder direkt bei uns in der Hochstraße 38-40 in Euskirchen. Wenn auch die Ferse betroffen ist, lesen Sie weiter unter Übungen bei Fersensporn.
Eine gereizte Sehne braucht weniger Last, aber sie braucht weiter Last.




